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Von der Wetterschutzhütte zur Strandhalle Grömitz

 

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  • Die Strand - Halle
    • Innenaufnahmen der Strand - Halle
    • Die Veranda der Strand - Halle
  • Der Kurpalast Strandhalle

 

 Von der Wetterschutzhütte zur Strandhalle Grömitz

 

 Allgemeine Kurzbeschreibung:

  Im Jahre 1887 erwarb der Hamburger Weinhändler Metterhusen ein 2.500 qm großes Strandgrundstück, auf dem eine ältere Wetterschutzhütte stand. Metterhusen ließ nach einem weiteren Zukauf von Strandflächen 1895 einen achteckigen Strandpavillon errichten. Ein bestehendes Ausschankverbot von Alkoholischen Getränken setzten Metterhusens Traum ein jähes Ende und er verkaufte 1899 die Grundstücke samt Pavillon an das Grömitzer Ehepaar Vorbeck.

  Vorbeck kümmerte sich nicht um das bestehende Ausschankverbot und verkaufte unter dem Ladentisch Alkoholische Getränke, für den Strandpavillon wurde aus diesem Grund die Bezeichnung ,,Giftbude” gebräuchlich; noch im Herbst 1899 erhielt Vorbeck durch einen Zufall, trotz dem vorangegangene Bemühungen abgelehnt worden waren, eine Vollausschankgenehmigung, die den Verkauf von Alkohol somit legalisierte. Für Vorbeck entwickelten sich die Geschäfte sehr gut und es folgten einige Erweiterungen und neue Geschäftsfelder:

  • 1899 Vorbeck kauft den Strandpavillion von dem Hamburger Weinhändler Metterhusen.
  • 1899 Erteilung einer Vollausschankgenehmigung von alkoholischen Getränken.
  • 1899 Vorbeck stattet seinen neuen Strandpavillion mit einfachen Holztischen und Holzbänken aus und vermietet zusätzlich Standliegestühle.
  • 1900 Erweiterung des Strandpavillons um einen offenen Anbau.
  • 1902 Anbau von geschlossenen Räumlichkeiten.
  • 1902 Verkleidung des bestehenden Anbaus mit einer Fensterfront zur Seeseite.
  • 1902 Vorbau einer überdachten Veranda.
  • 1903 Anbau eines größeren Lagerschuppens (von der Seeseite aus rechts).
  • 1904 Winterstürme führen zu schweren Beschädigungen an ,,Vorbecks Strandhalle” und zerstören den neu angebauten Lagerschuppen.
  • 1905 Wiederaufbau und Erweiterung von ,,Vorbecks Strandhalle” ohne Schuppen in einer geschlossenen kompakteren Form, hierbei wurde das neue Gebäude auf eine Holzpfahlunterkonstruktion gestellt und die vormalige Veranda durch eine Fensterfront geschlossen.
  • 1905/1906 Bau eines kleinen Steges vor der Strandhalle, der auch ,,Hedwigbrücke”  genannt wurde und zur Ruderboot- und Segelbootvermietung genutzt wurde.
  • 1907 Rückbau eines kleinen Teilbereiches der Strandhalle (von der Seeseite aus links betrachtet) und Anbau eines großen Schuppens quer an die Strandhalle.
  • 1907 Anbau einer langgezogenen Veranda vor der Strandhalle und dem Schuppen (von der Seeseite aus betrachtet).
  • 1908 Anbau eines zweiten Schuppens quer an die bestehende Strandhalle (von der Seeseite aus rechts betrachtet).
  • 1909 Verkauf der Strandhalle einschließlich Inventar und Strandzubehör an den Maurer Wilhelm Adolf Kurt Fick für 32.000 Mark.

  Unter Wilhelm Adolf Kurt Fick entwickelte sich die Strandhalle maßgeblich in einzelnen Bauabschnitten annähernd zu seinem heutigen äußeren Erscheinungsbild:

  • 1909 Im September 1909 kaufte der Grömitzer Maurer Wilhelm Adolf Kurt Fick Vorbeck´s Strandhalle mit weit über 2.500 qm Land, allerlei Inventar, 42 Strandkörben, 413 Liegestühlen und 8 Ruderbooten von Heinrich Dietrich Hygenius Vorbeck für 32.000 Reichsmark.
  • 1911 Die tragende Pfahlkonstruktion wird erstmals durch Bretter Verblendet, die vor den Herbststürmen demontiert werden können.
  • 1911/1912 Vergrößerung der Veranda und Überdachung von der rechten Verandaseite bis zum Schuppenanfang, sowie der Schaffung eines zweiten Einganges von der Seeseite aus.
  • 1912 Die Schuppenveranda wird in die  Verandaüberdachung mit einbezogen.
  • 1913 Die Strandhalle Grömitz brennt am 22.11. 1913 samt Inventar ab (die hohe Kaufsumme in Höhe von 32.000 Reichsmark, sowie die vielen Einzelinvestitionen waren noch nicht abgetragen - es stand noch eine Restschuld von 13.000 Reichsmark offen).
  • 1914 Am 30.05. 1914 eröffnet Wilhelm Adolf Kurt Fick für 1.000 neugierige Gäste, die neue ,,Standhalle . W . Fick”, die mit 42 Meter Länge, 25 Meter Breite und 8 Meter Höhe zu den größten Strandhallen des Deutschen Kaiserreiches zählte.
  • 1914 Versetzen von Schuppengebäuden, die neben der Strandhalle (von der Seeseite aus rechts betrachtet) in den Rückwertigen Raum.
  • 1914 Ab ca. 1914 erste Fotodokumente einer Vorläuferform der zukünftigen Promenade.
  • 1914 Wilhelm Adolf Fick fällt am 16.08. 1914, den ersten Tagen des I. Weltkrieges und hinterließ seiner Witwe, sowie seinen drei Söhnen in schwierigen Zeiten die Strandhalle . W. Fick.

  Wilhelm Adolf Kurt Ficks Witwe lenkte in den schwierigen Kriegsjahren die Geschicke der ,,Strandhalle . W . Fick” weiter und investierte in einzelne bauliche Verbesserungen:

  • 1914/1915 Einbau von Entlüftungssteinen im Mauerwerk.
  • 1914/1915 Bau der ersten Sandpromenade mit Steinsockel (nicht vergleichbar mit der Promenade ab 1933).
  • 1915 Umrüstung der Fenster zur Promenadenseite
  • 1915/1916 Installation von Außenlampen
  • 1915/1916 Neuanlage zweier kleiner Grünflächen, die mit weißer Zauneinfriedung (von der Seeseite aus rechts betrachtet) eingegrenzt sind.
  • 1915/1916 Der neue Name ,,Strand - Halle” tritt neben ,,Strandhalle . W . Fick” auf Fotos das erste mal in Erscheinung.

  Christian Sachau heiratete nach dem Ende des I. Weltkrieges die geschäftstüchtige Witwe und führt bis 1940 die Strandhalle:

  • 1919 Christian Sachau heiratet die Witwe von Wilhelm Adolf Kurt Fick.
  • 1929 Ab ca. 1929 Ausstattung der Strandhalle mit Palmen (Vorläufer des späteren Palmengartens).
  • 1933 Fertigstellung einer 3 Km langen 6 m breiten Strandpromenade aus Asphalt mit eingewalztem weißen Grantkieseln, 1,5 Km dieser Promenade wurden zusätzlich mit roten Klinkersteinen ausgelegt.

  Adolf Sachau wird als Geschäftsführer der ,,Strand - Halle” eingesetzt

  • 1940 Christian Sachau überträgt die die Geschäfte der Strandhalle auf Adolf Sachau.
  • 1940 Ab ca. 1940 Änderung des Gebäudenamens von ,,Strand - Halle” in ,,Kurpalast - Strandhalle”.
  • 1941 Neubau einer Terrasse (von der Seeseite aus links neben der Strandhalle). Diese Terrasse wurde später als Palmengarten bekannt.
  • 1942 Produktion von in Holzfässern eingelegtem Hering, Dorsch, Gurken, Bohnen und Sauerkraut als ,,Kriegswichtige Produktion” in einem Teilbereich der Strandhalle um der Requirierung des Gebäudes zu entgehen (während des 2. Weltkrieges wurden diverse Hotels  in Lazarette umfunktioniert, auch in der Nachkriegszeit beschlagnahmten die Besatzungsmächte Gebäude, die nach der Rückgabe auf Grund des Zustandes nicht selten nur noch abgerissen werden konnten (der Kaiserhof ist hierfür ein bekanntes Beispiel).
  • 1946  Die ,,Konservenproduktion” eingestellt.
  • 1947 Adolf Sachau engagiert in der Nachkriegszeit die erste Musikkapelle.
  • 1957 Bau einer Mauer, die die Promenade vom Strand trennte.
  • 1962 Verlagerung des Geschäftes von Restauration auf Restauration mit künstlerischen Showeinlagen (mit Musikgruppen, Einzelinterpreten und Aktionskünstlern).
  • 1992 Verpachtung der Strandhalle an die Gemeinde Grömitz.
  • 1992 - 1998 Wechselnde Unterpächter.
  • 1995 Am 05.10. 1995 zerstört ein Großbrand weite Teile der Strandhalle, sowie deren Inventar.
  • 1996 Wiederöffnung der Strandhalle zum Saisonauftakt mit baulichen Veränderungen (trennbarer Saal, Einbau von Behindertentoiletten.
  • 1999 Gründung der Strandhalle Grömitz GmbH im April 1999 durch die Gemeinde Grömitz; die Strandhalle wird von 1999 an durch einen Geschäftsführer geleitet.
  • 1999 Anschaffung einer Markise für die Palmenterrasse.
  • 2001 - 2002 Umgestaltung der Außenfassade nach historischem Vorbild.

 

 Ausführliche Beschreibung:

  In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Tourismus seine ersten bescheidenen Anfänge in ,,Koops Gashof” Gasthof zur Post” (später ”Gasthof zur Post”, dann “Hotel zur Post”, dann “Gosch Hotel”) und es drängten die ersten Badegäste an den Strand des späteren Ostseeheilbades Grömitz, so daß 1867 die erste eine kleine ,,Promenade” aus stabilen Holzbohlen geschaffen wurde, die vor den Winterstürmen wieder demontiert werden konnte.

  Der 13.11. 1872 gilt als der ,,Schwarze Freitag der Lübecker Bucht”, an diesem Tag vernichtete eine verheerende Sturmflut große Teile der Lübecker Bucht und verursachte Schäden in Höhe von 621.000 Taler. 1873 waren die Planungen für einen 9,3 Kilometer langen Landesschutzdeich fertig; bevor die Arbeiten für den neuen Deich beginnen konnten, richtete 1875 eine erneute Sturmflut glücklicherweise nur geringer Schäden an, die die Entschlossenheit des preußischen Staates zu der Baumaßnahme bestärkte. Von 1877 bis 1879 wurde der Schutzdeich errichtet, was gleichzeitig zu einem sprunghaften Anstieg des Fremdenverkehrs führte.

  Ab 1877 nahmen die Übernachtungen in Grömitz, auch bedingt durch die Bauarbeiten und die Übernachtungen von Angehörigen von Bauarbeitern sprunghaft zu und Grömitz erwarb sich alsbald einen Ruf als ein Urlaubsort, was sich auch unter der Hamburger Kaufmannschaft rumsprach.

  Im Jahre 1887 erwarb der Hamburger Weinhändler Metterhusen von dem Grömitzer Hotelier Julius Gosch ein 2.500 qm großes Strandgrundstück, auf dem eine ältere reetgedeckte Wetterschutzhütte stand. Metterhusen ließ nach einem weiteren Zukauf von Strandflächen, die er 1895 vom Deichverband erworben hatte, einen achteckigen Strandpavillon errichten, der über mehrere Flügeltüren verfügte. Ein bestehendes Ausschankverbot von ,,Geistigen Getränken” (Alkohol), sowie familiäre Probleme, setzten Metterhusens Traum ein jähes Ende und er verkaufte 1899 die Grundstücke samt Strandpavillon an das Grömitzer Ehepaar Vorbeck; Metterhusen soll sich geschäftlich wieder nach Hamburg orientiert haben.

 

Der Strandpavillon, später auch Giftbude genannt, um das Jahr 1899, im Vordergrund vorne rechts stehend, der neue Besitzer Heinrich Dietrich Hygenius Vorbeck.

↑ Der Strandpavillon, später auch Giftbude genannt, um das Jahr 1899, im Vordergrund vorne rechts stehend, der neue Besitzer Heinrich Dietrich Hygenius Vorbeck.

 

 Vom Strandpavillion zur Giftbude 1899 - 1909:

  Heinrich Dietrich Hygenius Vorbeck [1P] und seine Frau Agathe Vorbeck (geborene Toppke) kauften das vermeintlich defizitäre Geschäft im Jahre 1899 statteten ihren Strandpavillon mit einfachen Holztischen und Holzbänken aus; noch im gleichen Jahr kaufte Vorbeck zusätzlich Strandliegen, die er vermietete.

  Auch Heinrich Vorbeck bemühte sich um eine Ausschankgenehmigung für alkoholische Getränke, die allerdings abgelehnt wurde, die fehlende Ausschankgenehmigung kümmerte ihn nicht weiter, so daß er unter dem Ladentisch alkoholische Getränke ausschenke, was dem Strandpavillon alsbald den Spitznamen ,,Giftbude” einbrachte. Für das Ehepaar Vorbeck entwickelten sich die Geschäfte so gut, daß der Alkoholausschank bald ein offenes Geheimnis war, das alle Grömitzer kannten. An einem regnerischen Herbsttag des Jahres 1899 kehrte der Landrat mit einigen einflussreichen Persönlichkeiten in der Giftbude ein, um sich bei einem Glas Cognac aufzuwärmen, als Heinrich Vorbeck diesem Wunsch mit dem Hinweis auf die fehlende Lizenz nicht entsprechen konnte, wurde ihm angeraten, daß er erneut eine Vollausschankgenehmigung beantragen sollte - Vorbeck wurde noch im Jahre 1899 die benötigte Lizenz erteilt.

  Vorbeck entstammte einer alteingesessnen Grömitzer Fischerfamilie und war viele Jahre zur See gefahren; nach diversen Berichten soll er es sehr gut verstanden haben, seine Gäste mit allerlei phantastischen Geschichten zu unterhalten. Bereits im Jahre 1899 konnte Vorbeck eine immer größere Gästezahlen verbuchen, so daß 1900 der Strandpavillon  um einen offenen Anbau erweitert werden konnte, den er mit langen Bänken und Tischen ausstattete.

 

Vorbecks Giftbude mit offenen Anbau in Grömitz um das Jahr 1900.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Vorbecks Strandhalle um das Jahr 1903 mit geschossener Vorderfront und Überdachung.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Vorbecks Giftbude mit offenen Anbau in Grömitz um das Jahr 1900.

↑ rechts oben: Vorbecks Strandhalle um das Jahr 1903 mit geschossener Vorderfront und Überdachung; im Vordergrund sind Laufplanken zu erkennen, die seit 1867 eingesetzt wurden.

 

  Innerhalb der nächsten sechzehn Jahre veränderte sich das ,,Gesicht” der Strandhalle rasant in einzelnen Schritten, allerdings spielten Brände und Winterstürme hierbei eine entscheidende Rolle; von 1902 bis 1903 erfolgte fast eine Verdopplung der Grundfläche, wobei ein wesentlicher Punkt die Veränderung in ein geschlossenes Gebäude war - ein wesentlicher Grund hierfür war die ganzjährige Nutzbarkeit. Der vor 1902 noch offene Anbau an der Giftbude wurde verlängert und um einige Meter nach vorne gezogen. Rechts erweiterte Vorbeck seine Strandhalle und baute eine überdachte Veranda nach vorne an.

 

Vorbecks Strandhalle um das Jahr 1903.Vorbecks Strandhalle im Jahre 1904 vor der Zerstörung durch einen Wintersturm.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Vorbecks Strandhalle um das Jahr 1903.

↑ rechts oben: Vorbecks Strandhalle im Jahre 1904 vor der Zerstörung durch einen Wintersturm.

 

   Eine zusätzliche Erweiterung erfolgte in den Jahren 1903 bis Anfang 1904 durch die Verkleidung der überdachten Veranda mit einer Fensterfront, sowie den Anbau eines großen Schuppens (siehe Bild oben rechts). Ein starker Wintersturm führte im Jahre 1904 zu einer schweren Beschädigung der Strandhalle, sowie der Zerstörung des neuen Schuppens. Noch im Frühjahr des Jahres 1905 erfolgte der Wiederaufbau der Strandhalle in einer kompakteren Form auf einer Holzpfahlkonstruktion, die sich in vielen anderen Bädern bewährt hatte; der Schuppen wurde zu einer späteren Zeit wieder aufgebaut.

 

Die Hedwigbrücke um das Jahr 1905; der Standort der Hedwigbrücke ist leider unbekannt, diverse Rückschlüsse auf verschiedene Zeitdokumente lassen einen Standort vor, oder bei der Strandhalle vermuten.

↑ Die Hedwigbrücke um das Jahr 1905; der Standort der Hedwigbrücke ist leider unbekannt, diverse Rückschlüsse auf verschiedene Zeitdokumente lassen einen Standort vor, oder bei der Strandhalle vermuten.

Die Hedwigbrücke war wie auf dem Bild zu erkennen mehr ein stabilerer Steg, als eine Brücke - kleinere Stege und Brücken fielen den Winterstürmen wiederholt zum Opfer.

 

  Die Hedwigbrücke sollte für die Vermietung der Ruderboote ein zusätzliches Standbein bilden und die Attraktivität der Strandhalle festigen. Über das Entstehungsdatum, sowie den Standort der kleinen Brücke sind keine Erkenntnisse überliefert, nur so viel, daß die Brücke nicht mehr als ein Steg war, der den Winterstürmen wiederholt zum Opfer gefallen sein muss.

 

Vorbecks Strandhalle im Jahr 1906 mit integrierter Giftbude und Unterpfahlkonstruktion. Im Vordergrund sind diverse Ruderoote zu erkennen, die Vorbeck vermietete.Vorbeck´s Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1907.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Vorbecks Strandhalle im Jahr 1906 mit integrierter Giftbude und Unterpfahlkonstruktion. Im Vordergrund sind diverse Ruderoote zu erkennen, die Vorbeck vermietete.

↑ rechts oben: Vorbeck´s Strandhalle in Grömitz un das Jahr 1907 mit neu angebauter offener Veranda und einem Schuppen.

 

  Die Pfahlunterkonstruktion hatte sich offensichtlich bewährt, so daß die Strandhalle in der Folgezeit immer weiter ausgebaut werden konnte. So baute Vorbeck einen minimalen Teil des linken Gebäudeflügels zurück und setzte einen größeren Schuppen quer an die bestehende Strandhalle an, die er in den Wintermonaten erst als Lagerraum für sein Strandmobiliar nutzte (siehe Bild oben rechts) und später als Tanzsaal. Den nächsten erweiternden Bauabschnitt bildete der Bau eines separat stehenden Schuppens neben Vorbeck´s Strandhalle, in dem der ,,Strandbazar” von Julius Simonsen untergebracht war - dieses Gebäude wurde in der Folgezeit immer wieder versetzt, was auch auf Zerstörungen durch Winterstürme hindeuten könnte (siehe Bild unten rechts).

 

Vorbecks Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1907 mit Veranda.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Vorbecks Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1907 mit dem Strandbazar von Julius Siomsen.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Vorbeck´s Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1907.

↑ rechts oben: Vorbeck´s Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1907 mit dem Strandbazar von Julius Simonsen.

 

Vorbecks Strandhalle um das Jahr 1909 kurz vor dem Verkauf an Wilhelm Fick.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Vorbecks Strandhalle um das Jahr 1909 mit Küstenlandschaft.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Vorbeck´s Strandhalle um das Jahr 1908/1909 kurz vor dem Verkauf an Wilhelm Adolf Kurt Fick.

↑ rechts oben: Vorbeck´s Strandhalle um das Jahr 1908/1909 mit Küstenlandschaft und zu vermietenden Ruderbooten.

 

  Heinrich Dietrich Hygenius Vorbeck verkaufte Vorbeck´s Strandhalle im September 1909 an den Grömitzer Maurer Wilhelm Adolf Kurt Fick für 32.000 Mark mit allerlei Inventar, 42 Strandkörben, 413 Liegestühlen und 8 Ruderbooten.

 

 

 Die Strandhalle . W . Fick 1909 - 1914:

  Im September 1909 kaufte der Grömitzer Maurer Wilhelm Adolf Kurt Fick den etablierten Strandbetrieb mit weit über 2.500 qm Land und investierte in den Jahren 1911 und 1912 in die Erweiterung der Strandhalle, hierzu wurde die vorhandene Veranda vergrößert, zusätzlich überdacht und erhielt einen zweiten Eingang von der Seeseite aus; neu war auch die Verkleidung der Unterpfahlkonstruktion mit Holzbrettern, die vor den Winterstürmen demontiert werden konnten.

  Die 1912 fertiggestellte Grömitzer Dampferbrücke führte zu einem Fremdenverkehrsaufschwung, von dem auch die Strandhalle von Wilhelm Fick profitierte, weil sie sich in unmittelbarer Nähe zu der neuen Brücke befand - 1911 hatte ein Konsortium von fünfzehn Geschäftsleuten und Hoteliers den Entschluss gefasst, die 75.000 Mark teure Seebrücke in Auftrag zu geben.

Lesen Sie hierzu mehr auf unserer Sonderseite ,,Dampferbrücke Grömitz”  -  HIER KLICKEN

 

Strandleben vor der Strandhalle in Grömitz im Jahr 1910 zwei Jahre vor der Fertigstellung der Seebrücke in Grömitz.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Strandleben vor der Strandhalle in Grömitz im Jahr 1911 ein Jahr vor der Eröffnung der Grömitzer Seebrücke.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Strandleben vor der Strandhalle in Grömitz im Jahr 1910 zwei Jahre vor der Fertigstellung der Seebrücke in Grömitz.

↑ rechts oben: Strandleben vor der Strandhalle in Grömitz im Jahr 1911 ein Jahr vor der Eröffnung der Grömitzer Seebrücke.

 

Die Strandhalle von Wilhelm Adolf Kurt Fick in Grömitz um das Jahr 1911 mit Hedwigbrücke.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Wilhelm Adolf Kurt Ficks Strandhalle um das Jahr 1912 nach der zweiten Erweiterung der Veranda.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Die Strandhalle von Wilhelm Adolf Kurt Fick in Grömitz um das Jahr 1911 mit Hedwigbrücke.

↑ rechts oben: Wilhelm Adolf Kurt Ficks Strandhalle um das Jahr 1912 nach der zweiten Erweiterung der Veranda.

 

Strandleben vor der Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1912, im Hintergrund ist der Anfang der neuen Seebrücke zu erkennen.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ Strandleben vor der Strandhalle in Grömitz um das Jahr 1912, im Hintergrund ist der Anfang der neuen Seebrücke zu erkennen.

 

  Der 22.11. 1913 setzte den vielen Bemühungen ein jähes Ende: Die Strandhalle Grömitz wurde samt dem Inventar ein Raub der Flammen. Für Wilhelm Adolf Fick besonders prekär war auch der Umstand, daß von dem hohen Kaufpreis von 32.000 Mark noch eine Restschuld von 13.000 Mark offen waren, die es zu tilgen galt - Aufzeichnungen zufolge musste Vorbeck seine Forderungen gerichtlich durchsetzen.

  Wilhelm Fick gelang allerdings das unfassbare: Nach nur wenigen Wochen konnte Fick einige Finanziers mit einem schlüssigen Konzept überzeugen und somit die nötigen Mittel auftreiben, er eröffnete am 30.05. 1914 die neue ,,Strandhalle . W . Fick” nach einer Rekordbauzeit von nur sechs Monaten für tausend Gäste; Ficks Strandhalle zählte mit ihren zweiundvierzig Meter Länge, fünfundzwanzig Meter Breite und acht Meter Höhe zu den größten Strandhallen des Deutschen Kaiserreiches.

 

Die neue Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1914 nach ihrer Neueröffnung.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Die neue Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1915.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Die neue Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1914 nach ihrer Neueröffnung.

↑ rechts oben: Die neue Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1915.

 

  Die neue ,,Strandhalle . W . Fick” wurde auf den Sandstrand gebaut und befand sich nur wenige Meter von der Ostsee entfernt, eine befestige Promenade gab es anfänglich noch nicht, statt dessen wurden in der ersten Zeit wie üblich Holzbretter verlegt, dieses sollte sich allerdings in den nächsten Jahren ändern. Die ,,Holzbohlenpromenade” wurde im laufe der Zeit durch eine befestige Sandpromenade ersetzt, die zu der Seeseite mit einer breiten Steinkante abgegrenzt war und zu dem Sandstrand einen merklichen Höhenunterschied aufwies.

 

Die Strandhalle . W. Fick in Grömitz um das Jahr 1914 mit Brettern als Promenade.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Die Strandhalle . W. Fick in Grömitz um das Jahr 1914.

↑ links oben: Die Strandhalle . W. Fick in Grömitz um das Jahr 1914 mit Brettern als Promenade.

↑ rechts oben: Die Strandhalle . W. Fick in Grömitz um das Jahr 1914.

 

  Am 16.08. 1914 passierte das unfassbare: Wilhelm Adolf Kurt Fick fiel in den ersten Tagen des 1. Weltkrieges und hinterließ seiner Witwe und seinen drei kleinen Söhnen ein Unternehmen in schwierigen Zeiten. Nach dem Kriegsende heiratete die geschäftstüchtige Witwe im Jahre 1919 Christian Sachau, der die ,,Strandhalle . W . Fick” in der Folgezeit in ,,Strand - Halle” umbenannte und mit viel Geschick durch die inflationäre Nachkriegszeit lenkte.

 

 

 Die Strand - Halle 1914 - 1940:

  Die nähere Umgebung der Strandhalle veränderte sich in den Jahren maßgeblich mit der Entwicklung des Tourismus; der anfänglich noch parallel zu der Strandhalle angeordnete Strandbazar (später Strand-Kaufhaus) wurde erst in den Hintergrund verschoben und später ganz entfernt - es entstand der Brückenvorplatz. Ein weiteres Problem war der anfänglich noch sehr schmale Sandstrand, der durch Landgewinnung erweitert werden sollte; hierzu wurden am gesamten Strandabschnitt Buhnen gebaut. Mitte des 20. Jahrhunderts musste man allerdings erkennen, daß dieses nicht ausreichte und nach schweren Winterstürmen oder Sturmfluten der Strand aufgespült werden musste (ähnlich wie bei der Insel Sylt). In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich ein Grömitzer Galerist intensiv mit dieser Thematik und stellte hierzu in seiner Galerie einzelne Lösungsansätze vor.

  Ein weiterer wichtiger Schritt war die Absicherung der Gebäude der ,,1. Reihe” gegen Winterstürme durch die Anlegung einer Sandpromenade, die durch einen massiven Sockel vom Strand abgetrennt wurde; dieses war zu gleich auch der Anfang der ersten nichtprovisorischen Promenade, die über das gesamte Jahr zur Verfügung stand (wir erinnern daran, daß ihr Vorläufer aus einer ,,Bretterpromenade” bestand, die zum Saisonende immer demontiert werden musste).

 

Teilausschnitt einer Luftaufnahme um das Jahr 1915 mit der Strandhalle . W . Fick und der Strandquelle.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

 

↑ Teilausschnitt einer Luftaufnahme um das Jahr 1915 mit der Strandhalle . W . Fick und der Strandquelle.

Die Luftaufnahme (bitte auf das Foto klicken) wurde nachträglich am 18.06. 1936 von der ,,Prüfstelle für Luftbilder” des Reichsluftfahrtministeriums freigegeben.

 

Die Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1915 mit neuer Promenade und kleiner Einzäunung.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Die Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1915 vom Brückenvorplatz aufgenommen mit auf die Einschiffung wartende Gäste.

↑ links oben: Die Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1915 mit neuer Promenade und kleiner Einzäunung, sowie Entlüftungssteinen in der Fassade.

↑ rechts oben: Die Strandhalle . W . Fick in Grömitz um das Jahr 1915 vom Brückenvorplatz aufgenommen mit auf die Einschiffung wartende Gäste.

 

  In den Jahren 1914 / 1915 schritt die Entwicklung der Strandhalle durch den Einbau von Entlüftungsteinen in das Mauerwerk, sowie den Austausch der alten Fensterelemente durch neue Klappfenster und den Anbau von Lampen weiter voran.

  Ein grundsätzliches Problem, das über eine lange Zeit nicht gelöst werden konnte, waren die in der Hauptsaison häufig überhitzten Innenräumlichkeiten; Auslöser hierfür war nicht nur die gewaltige Dachfläche, sondern auch die großzügige Giebelverglasung und die Veranda der Strandhalle. Der Strandhalle war von der Seeseite aus betrachtet eine geschlossene Veranda [P1] angegliedert, die wie eine gesonderte Räumlichkeit abgeteilt werden konnte - was im Winter große Vorteile hatte, konnte somit im Hochsommer wie eine “Frischluftbremse” wirken. Die Gibelverglasungen förderten diesen Umstand zusätzlich - dieses Problem sollte erst durch das Zumauern in späterer Zeit gelöst werden.

  Die Fenster der Veranda waren in den Anfangsjahren der Strandhalle mit Vertikalschiebefenstern (Hochschiebefenster) ausgestattet, die nur einen Teilbereich der Fensterfläche zum lüften nutzten.

 

Innansicht der Strandhalle . W . Fick um das Jahr 1916 mit Ausschanktresen.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Die ,,Strand - Halle" mit Seebrückenvorplatz und Seebrückenaufgang.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Innenansicht der Strandhalle . W . Fick um das Jahr 1916 mit Ausschanktresen.

↑ rechts oben: Die ,,Strand - Halle” mit Seebrückenvorplatz und Seebrückenaufgang.

 

  Im Zuge der Elektrifizierung der Strandpromenade wurden an der Strandhalle Außenlampen [P1] montiert, sowie der Strandhalleneingangsbereich beim Brückenvorplatz mit zwei Grünflächen eingefasst, die mit einem weißen Zaun eingefriedet wurden [P1]. 1915 / 1916 tritt der neu Name ,,Strand - Halle” neben ,,Strandhalle . W . Fick” auf Fotos das erste mal in Erscheinung. Christian Sachau heiratete nach dem Ende des I. Weltkrieges die geschäftstüchtige Witwe und führte die ,,Strand - Halle” bis zum Jahre 1940.

 

Die ,,Strand - Halle" in Grömitz mit neuen Klappfenstern und Lampen um das Jahr 1919.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Die ,,Strand - Halle" von Christian Sachau in Grömitz um das Jahr 1919 mit Strandkörben und Außenbeleuchtung.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Die ,,Strand - Halle” in Grömitz mit neuen Klappfenstern und Lampen um das Jahr 1919.

↑ rechts oben: Die ,,Strand - Halle” von Christian Sachau in Grömitz um das Jahr 1919 mit Strandkörben und Außenbeleuchtung.

 

  Christian Sachau war bereits vor dem Jahre 1919 aktiv für die Geschicke der ,,Strand - Halle” mit verantwortlich und entwickelte in der inflationären und unruhigen Nachkriegszeit Attraktionen, die bis in unsere heutig Zeit Bestand haben. Um das Jahr 1929 wurde die ,,Strand - Halle” entsprechend dem damaligen Zeitgeist mit Palmen ausgestattet - es wurde die Grundlage für den späteren Palmengarten geschaffen.

 

Der Buffetraum der ,,Strand- Halle" in Grömitz um 1929 mit Palmen.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Innenansicht der ,,Strand - Halle" in Grömitz im Jahre 1929.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Der Buffetraum der ,,Strand - Halle” in Grömitz um 1929 mit Palmen.

↑ rechts oben: Innenansicht der ,,Strand - Halle” in Grömitz im Jahre 1929.

 

Der Tanzsaal der ,,Strand - Halle” in Grömitz im Jahr 1929.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.Die Veranda der ,,Strand - Halle” in Grömitz um das Jahr 1929.  -  Für eine größere Bilddarstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Der Tanzsaal der ,,Strand - Halle” in Grömitz im Jahr 1929.

↑ rechts oben: Die Veranda der ,,Strand - Halle” in Grömitz um das Jahr 1929.

 

  Die 1933 fertiggestellte neue 6 Kilometer lange Strandpromenade, die auf 1,5 Kilometer mit roten Backsteinen gepflastert war, bildete eine weitere Attraktion, die für einen weiteren Aufschwung bei den Gästezahlen sorgte. Ein Werbeprospekt der damaligen Zeit umwarb das Ostseebad mit den Worten:

,,Ungezwungenes frohes Leben gibt unserm schönen Bad die besondere Note. Ausgezeichnete Tanzkapellen sorgen für die Unterhaltung unserer Gäste. Die 3 Km lange , 6 m breite Strandpromenade, neu asphaltiert in hellem Kiesel, verschönt das herrliche Strandbild.”

  Auf einer Länge von 6 Kilometern wurde die neue Strandpromende mit schwarzen Teer asphaltiert, in den aus optischen Gründen und zur zusätzlichen Stabilisierung anschließend weiße Granitkiesel eingewalzt wurden; zusätzlich wurden 1,5 Kilometer der Promenade mittig mit roten Klinkersteinen gepflastert.

 

Werbeaufnahme aus dem Jahre 1938 vor der ,,Strand - Halle” in Grömitz (ab 1940 ,,Kurpalast Strandhalle” in Grömitz).                  Getraenkekarte der Strandhalle Groemitz aus den 30er Jahren  -  für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf das Foto.

↑ links oben: Werbeaufnahme aus dem Jahre 1938 vor der ,,Strand - Halle” in Grömitz (ab 1940 ,,Kurpalast Strandhalle” in Grömitz).

↑ rechts oben: Getränkekarte der ,,Strand - Halle” Grömitz aus den 30er Jahren; auf unserer Seite ,,Dokumente der Strandhalle” sehen Sie die gesamte Getränkekarte.

 

Strandhalle - Groemitz von Chr. Sachau - Liedertexte zum Rheinischen Sang, Vorderseite.         Strandhalle - Groemitz von Chr. Sachau Liedertexte zum Rheinischen Sang - Rueckseite

↑ Unterhaltung in der 30er Jahre in der Strandhalle - Grömitz von Christian Sachau: ,,Liedertexte zum Rheinischen Sang”; mehr Informationen auf unserer Seite ,,Dokumente der Strandhalle”.

 

  Bis zum Jahre 1940 lenkte Christian Sachau die Geschicke der ,,Strand - Halle” und bildete mit der Neuanschaffung von Palmen die wohl wichtigste Grundlage für den späteren Palmengarten der Strandhalle Grömitz, die Adolf Sachau anbauen ließ.

 

 

 

 

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~ Hups, ab hier wird leider noch gearbeitet - wir bitten um Geduld ~

 

~ ~ ~  Letzte  Aktualisierung 06.03. 2015  ~ ~ ~

 

 

 Christian Sachau führte bis 1940 die Geschicke der Strand - Halle und übertrug das Unternehmen  1940 seinem Sohn Adolf Sachau.

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 STRAND - HALLE ~ 1920 bis 1940

 Eine exakte Zeitangabe für die erfolgte Umbenennung von Strandhalle W. Fick in Strand - Halle kann nur sehr wage getroffen werden, es ist allerdings wahrscheinlich, daß das Gebäude um 1929 / 1930 umbenannt wurde.

 Strand - Halle

Die Strand - Halle von Christian Sachau in Grömitz um das Jahr 1929.

 Die Strand - Halle von Christian Sachau um das Jahr 1929 (oben):

 Die Strand - Halle präsentiert sich auf dem obigen Bild mit einer wichtigen Neuerung, die in der Folgezeit verfeinert werden sollte: eine feste Promenade. 

 Die Inneneinrichtung der Strand - Halle entsprach in typischer Weise der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Exotische I-Tüpfelchen wie zum Beispiel Palmen fanden in vielen Hotels der damaligen Zeit Verwendung. Die Palmen sollten sich zu einer gern gepflegten Tradition entwickeln, hierzu mehr im unteren Bereich dieser Seite. 

 In den Folgejahren baute Christian Sachau die Position der Strand - Halle durch moderne Marketingmaßnahmen stetig aus. Sowohl das erweiterte gastronomische Angebot, als auch bekannte Künstler unterhielten die Kurgäste. Christian Sachau übertrug im Jahre 1940 die Geschicke der Strand - Halle in die Hände seines Sohnes Adolf Sachau, der die Strand - Halle in Kurpalast - Strandhalle umbenannte. Somit änderte sich der Gebäudename innerhalb weniger Jahrzehnte von Strandpavillon in Strandhalle, dann in Strandhalle W. Fick, in Stand - Halle und dann schließlich in Kurpalast - Strandhalle.

 Kurpalast  ◊  Strandhalle

 Im Rahmen der Neugestaltung des Brückenvorplatzes fand erstmalig ein neues Wahrzeichen seinen Weg in das Ostseeheilbad - die Grömitzer Sonne. Die erste Grömitzer Sonne basierte vermutlich auf einem Holzgrundgerüst, das mit stabiler wetterfester Leinwand bespannt war. Nach nur wenigen Jahren wich die Holzkonstruktion einer  dauerhafteren Konstruktion. Die Sonne war einseitig auf  dem landseitigen ,,Brückentor” montiert, welches vor das  große  Brückenhäuschen gesetzt worden war. - Hierzu mehr auf unserer Seite ,,Grömitzer Sonne”.

Das Gebäude Kurpalast - Standhalle um das Jahr 1941 / 1942. Besonders erwähnenswert ist nicht nur der geänderte Gebäudename, sondern vor allem auch die völlig neue  Gestaltung des aufgemahlen Fensterelementes. Beachten Sie in diesem Zusammenhang unsere Vergleichsbilderserie.

 Die Veränderungen der Strand - Halle waren in den ersten Jahren nur in einigen wenigen aber wichtigen Details erkennbar (oben + unten):

 Die Strand - Halle wurde in Kurpalast Strandhalle umbenannt. Eine weitere bedeutende Änderung ist die Einbindung der ,,Grömitzer Sonne” in die Außenfassade des Gebäudes. Zu diesem Zweck wurde in die zur Seeseite aufgemalte Fensterfront eine aufgehende Sonne eingebracht.

 Ab etwa 1941 wuchs der Kurpalast Strandhalle um eine zusätzliche Attraktion an, eine von einer Mauer eingefassten Terrasse, die in späteren Jahrzehnten mit echten Palmen als Palmenterrasse bekannt wurde (Bild unten).

Der Kurpalast - Strandhalle von der Seeseite aus betrachtet um das Jahr 1941.
Der Kurpalast Strandhalle um das Jahr 1939 / 1940

 Christian Sachau übertrug 1940 die Geschäfte der Strandhalle an Adolf Sachau, der sogleich ein schweres Erbe antrat. Mitten im Krieg wurden im Ostseeheilbad Hotels requiriert und als Lazarette umfunktioniert. Der gewinnbringende Tourismus geriet zusehend ins Stocken und bereitete gleichzeitig den Weg für die wohl ungewöhnlichste Nutzung der Strandhalle in ihrer geschichtlichen Laufbahn. Adolf Sachau funktionierte die Strandhalle kurzerhand mit einfachsten Mitteln in eine Fisch- und Gemüsefabrik um und verdiente bis etwa 1945/46 mit in Holzfässer eingelegtem Dorsch, Hering, Gurken, Bohnen und Sauerkraut eine bescheidene Rendite. Die von den Neustädter Glückskleewerken gelieferten Leerfässer wurden frischbestückt an Volksküchen und andere Kunden geliefert.

 Im 1946 wendete sich Adolf Sachau wieder mit viel Erfolg dem gastronomischen Geschäftsleben zu. Anfängliche Versorgungsengpässe bei Fleischwaren und Dingen des täglichen Lebens erschwerten den Start der Strandhalle erheblich.       

 Die Weitere Entwicklung der Strandhalle bis in unsere Zeit lesen Sie in:

 Die Strandhalle von 1945 bis heute    Teil II          -           in Vorbereitung

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Innenansicht des Gebäudes Kurpalast Strandhalle um das Jahr 1938
Der Kurpalast Strandhalle vom Brückenvorplatz aus