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Pestbrief

Ein Pestbrief war ein Gesundheitspass, der aufgrund der Pestpandemie des 14. Jahrhundert im Jahre 1374 in Venedig eingeführt wurde. Er diente als Grundlage für die Entscheidung, ob ein Reisender und dessen Waren in die 30-tägige Absonderung, die Trentana, musste oder ungehindert in die Stadt einreisen konnte. Diese 30-Tagefrist wurde im Jahre 1377 von der dalmatinischen Stadtrepublik Ragusa und 1383 von Marseille auf 40 Tage erhöht, woraus der Begriff Quarantäne entstand („quaranta giorni“ = 40 Tage).

Den Pestbrief stellte nicht die Hafenbehörde des Herkunftshafens aus, sondern ein dort im bezahlten Auftrag Venedigs residierender Agent. Der Pass wurde noch außerhalb des Hafens mit eisernen Zangen von Schiff zu Schiff gereicht und durch Räuchern über Schwefel entseucht. Er konnte „rein“ sein, d. h. seinen Besitzer als Reisenden aus einem nicht pestverseuchten Gebiet ausweisen, oder „unrein“, wenn der Inhaber aus einem seuchengefährdeten oder verseuchten Herkunftshafen kam.

Der Pestbrief gilt als Vorläufer des späteren Reisepasses.

Literatur

  • Stefan Winkle: Kulturgeschichte der Seuchen. Komet, Düsseldorf/Zürich 1997, ISBN 3-933366-54-2.

 

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Pestbrief der Stadt Avignon von 1637

   ↑ oben: Pestbrief der Stadt Avignon aus dem Jahre 1637

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